Experten in dieser Ausgabe
Frank Koch ()
Florian Müller ()
Christian Mehrtens (Microsoft GmbH)
 

Green-IT aus Verantwortung
Umweltschutz ist nicht nur ein Kostenfaktor in Unternehmen, sondern auch ein wichtiger Ansatzpunkt für Einsparungen. Die IT-Industrie verursacht zwei Prozent des weltweiten Ausstoßes an Kohlendioxid, hat das Marktforschungsunternehmen Gartner berechnet – genauso viel wie die Luftfahrt. Weltweit verbrauchen die Rechenzentren 120 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr, was einer Stromrechnung von 5,5 Milliarden Euro entspricht. Ein Großteil wird einfach verschwendet.
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Gut für die Umwelt und fürs Budget

Bei einem durchschnittlichen PC geht knapp die Hälfte der Energie durch Abwärme verloren und bei einem Server ein Drittel. In einem typischen Rechenzentrum werden nur 30 bis 40 Prozent des Stroms für den Betrieb der IT-Anlagen aufgewendet. „Ohne deutliches Umdenken werden der Energieverbrauch und die Abgase gravierende Probleme für die Erde schaffen“, sagt Joseph Reger, Chief Technical Officer von Fujitsu Siemens Computers.

Energieverbrauch senken

Der Trend geht deswegen zur „Green IT“, der grünen Informationstechnologie, die Gartner auf Platz 1 seiner zehn wichtigsten strategischen Techniken für 2008 gesetzt hat. Die Politik werde demnächst Obergrenzen für Kohlendioxid festlegen, deswegen sollten die Unternehmen staatliche Auflagen einkalkulieren, ist Gartner überzeugt. „Gerade die EU spielt mit Richtlinien zu Treibhausgasen und Emissionsrechtehandel eine echte Vorreiterrolle“, sagt Dirk Heiss, Director Consulting von Gartner. „Es wäre nur logisch, wenn die IT diese Themen aktiv aufnimmt und ihre aktuellen und geplanten Projekte hinsichtlich ihrer Umweltrelevanz überprüft.“ Schließlich hat die IT einen besonderen Anteil daran, den Energieverbrauch in vielen Wirtschafts- und Lebensbereichen zu senken. Bis zu 60 Prozent des Energiebedarfs könnten eingespart werden, so Gartner.

Effizientere Rechenzentren

Doch Green IT spart nicht nur Geld, sie kann auch Einnahmen steigern. Jeder zweite Deutsche wäre beispielsweise bereit, für besonders klimafreundliche Internet- oder Telekommunikationsdienste mehr Geld zu zahlen, zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbandes BITKOM. Jeder Zehnte wäre sogar mit 20 Prozent Aufschlag einverstanden. „Energieeffiziente Rechenzentren und Mobilfunknetze oder der Einsatz von Öko-Strom bei Internet-Providern und Telefongesellschaften werden von den Kunden begrüßt“, sagt BITKOM-Präsidiumsmitglied Martin Jetter. Deswegen erwähnt beispielsweise auch der Hosting-Dienstleister Strato immer wieder in seinen Veröffentlichungen, dass er pro Kunde 30 Prozent Energie eingespart hat und seine beiden Rechenzentren mit Strom aus einem Wasserkraftwerk betreibt.

Umweltaspekte als Teil des Businessplans

Für IT-Entscheider in Unternehmen gibt es also viele Gründe, Umweltaspekte zu berücksichtigen und als Teil ihres Business-Plans zu betrachten. Dafür müssen sie den Strombedarf des Unternehmens überblicken, Einsparpotenziale erkennen und Investitionen in umweltfreundliche Technik wirtschaftlich begründen können.



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