Experten in dieser Ausgabe
Frank Koch ()
Florian Müller ()
Christian Mehrtens (Microsoft GmbH)
 

Kaum einer guckt mehr in die Röhre
Flachbildschirme sind sparsamer im Verbrauch als die alten Röhrenmonitore. Bei der Kaufentscheidung sind aber andere Vorteile entscheidend.
Von Anne Bartel
Lesenswert: als GOLD Teilnehmer Artikel bewerten 0
Kommentare (0) als GOLD Teilnehmer Artikel kommentieren

Er hat gute Dienste erbracht, in zahllosen Bürotürmen und an verstaubten Arbeitsplätzen. Jetzt ist er vom Aussterben bedroht: Der Röhrenmonitor. An seiner statt hat der schlanke Flachbildschirm auf dem Schreibtisch Platz genommen.

Während im Jahr 2005 etwa die Hälfte der weltweit produzierten Bildschirme Röhrenmonitore (CRT) waren, sank im Jahr 2007 ihre Zahl auf 21 Prozent. Bis zum Jahr 2015 soll der Anteil der Röhrenmonitore an der Produktion nur noch zwei Prozent betragen, prognostiziert das Marktforschungsinstitut Displaysearch.

Auch Christian Schweikert, der die IT bei der Werbeagentur Heye & Partner in Hamburg betreut, bestätigt, dass es fast gar keine Röhrenmonitore mehr im Handel gibt. "Der Austausch eines alten Röhrenmonitors durch einen neuen energieeffizienten Flachbildschirm senkt Stromverbrauch und -kosten um etwa 75 Prozent", sagt Annegret Agricola, Bereichsleiterin bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena).

Platzersparnis ist Kaufentscheidend

Der Durchschnittsverbrauch eines 17-Zoll-Flachbildschirms im aktiven Zustand liegt bei knapp 40 Watt. Sein gleich großer Konkurrent verbraucht hingegen 75 Watt. Noch deutlicher wird der Unterschied im Stand-by-Modus. Hier verbraucht der Röhrenmonitor neunmal so viel. Im ausgeschalteten Zustand verbraucht der Flachbildschirm hingegen nur 0,1 Watt weniger als im Stand-by-Modus.

"Ein 19-Zoll-Flachbildschirm, der täglich drei Stunden genutzt wird, spart gegenüber einem Röhrenmonitor gleicher Größe rund 17 Euro Stromkosten im Jahr", erklärt Agricola. Flachbildschirme verbrauchen im Betrieb weniger Energie als Röhrenmonitore. "Der Stromverbrauch ist nicht der springende Punkt", sagt aber auch Schweikert. Vielmehr sind ergonomische und technologische Gründe entscheidend, etwa Platzersparnis und flimmerfreie Bilder.

Bei der Produktion eines 17 Zoll großen Flachbildschirms werden rund 10 Kilowattstunden mehr verbraucht als bei einem gleichwertigen CRT-Monitor, wie eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission zeigt. Doch ist dies auch schon das einzige Manko des schlanken Kandidaten.

Flachbildschirme wiegen auch weniger

Der CRT-Monitor verursacht bei der Herstellung nicht nur mehr Emissionen, mit einem Durchschnittsgewicht von 16,4 Kilogramm bringt er auch mehr als doppelt so viel auf die Waage wie sein Konkurrent. Von dem 6,8 Kilogramm schweren Flachbildschirm lassen sich 4,4 Kilogramm Material recyceln, beim CRT-Monitor sind dies 13,3 Kilogramm. Damit hinterlässt das Auslaufmodell am Ende gut ein halbes Kilo mehr Müll. Auch bei der Herstellung zieht er den Kürzeren.

Beim Kauf eines neuen Monitors sollten Verbraucher auf eines der Gütesiegel achten, wie den Blauen Engel, der für besonders umweltgerechte Produkte vergeben wird, oder den Energy Star, der die Energieeffizienz bewertet. "Außerdem nimmt die Bedeutung eines energiesparenden Nutzungsverhaltens zu", erklärt Agricola. Viele Verbraucher würden den PC einschalten, ihn dann jedoch nicht permanent nutzen. Da hilft die Energiesparfunktion des Computers.



Seite:
Hier können Sie sich den Artikel ausdrucken
 

©2010 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Kontakt | Nutzungsbedingungen | Markenzeichen | Informationen zur Datensicherheit | Impressum