IT-DIRECTOR: Unified Communications wird derzeit als einer der heißesten Trends in der IT-Branche gehandelt. Welche Bedeutung hat das Thema für Microsoft?
C. Mehrtens: UC ist einer der Trends der IT der Gegenwart. Der Grund dafür ist einfach: Die Integration von Sprach- und Datendiensten, die Zusammenführung unterschiedlicher Kommunikationspfade bietet den Unternehmen auf Grund effizienter Kommunikation Produktivitätszuwächse. Wir glauben daher, dass Unified Communications in den nächsten 10 Jahren in der Geschäftswelt einen ebenso tief greifenden Wandel auslösen wird, wie dies in den Neunziger Jahren durch E-Mails geschah. Entsprechend dieser Bedeutung ist UC eines der Gebiete, denen Microsoft hohe strategische Bedeutung beimisst. Wir setzen darauf, dass die Integration von Mails, Festnetztelefon, Enterprise Instant Messaging, Web-Konferenzen und Handy, die Einbindung der Kommunikation in Standard-Anwendungen am Arbeitsplatz beispielsweise Office-Software, ERP- oder CRM-Programme, dem Anwender den jeweils bestmöglichen Kommunikationsweg direkt vom Desktop aus zur Verfügung stellt.
IT-DIRECTOR:Welche Auswirkungen hat UC auf die Interaktion mit Kunden und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter in einem Unternehmen?
C. Mehrtens: Mit UC-Lösungen kann ein effizienter Kommunikationsfluss aufgebaut werden – die UC-Komponenten der ITK-Systeme (Informations- und Telekommunikationssysteme) von Zulieferern, Partnern und Kunden lassen sich unkompliziert integrieren. So kann ein UC-Anwender im Unternehmen über Präsenzinformationen erkennen, ob der Ansprechpartner beim Zulieferer am Platz telefonisch erreichbar ist oder sich beispielsweise gerade in einem Meeting befindet. Die Interaktion mit allen Beteiligten wird effektiver und erleichtert die Zusammenarbeit enorm. Wir selbst setzen UC bereits umfangreich im gesamten Unternehmen ein. Beispielhaft unsere neue Niederlassung in Köln: Die Kommunikation basiert vollständig auf unserer UC-Lösung. Die Kölner Mitarbeiter telefonieren ausschließlich über ihr softwaregestütztes VoIP-Telefon. Wir erreichen damit eine schnelle und effiziente Kommunikation: In den täglichen Anwendungen wie Office Outlook 2007, CRM Systeme, Office etc. ist die Präsenzfunktion integriert und damit auch die Möglichkeit aus jeder Applikation einen Kollegen per Communicator anzuchatten oder anzurufen. Dadurch können unsere Mitarbeiter produktiver arbeiten, der E-Mail-Verkehr wird reduziert und richtige Informationen stehen jederzeit zur Verfügung. Des Weiteren können standort-übergreifende Meetings flexibler durchgeführt werden, da die Video- und Webkonferenzfunktion Meetings vereinfachen und keine Rücksicht auf Reisetätigkeiten genommen werden muss.
IT-DIRECTOR: Das klingt spannend, aber andere Anbieter treten mit den gleichen Argumenten auf dem Markt auf. Wo liegen die Alleinstellungsmerkmale der Microsoft- Lösung?
C. Mehrtens: Die Strategie vieler etablierter TK-Player besteht darin, vorhandene Technologien der TK-Anlagen im Zuge eines Faceliftings zu reproduzieren. Wir bringen dagegen neuen Wind in die Branche, denn unser Ansatz heißt Software. Softwarebasierende Kommunikationslösungen werden unsere Art zu kommunizieren so stark verändern, wie der Laptop im Vergleich zur Schreibmaschine das Schreiben revolutionierte. Es geht also nicht mehr wie bisher um die Integration unterschiedlicher Techniken, sondern um eine ganzheitliche Softwarelösung. Der User erhält ein viel persönlicheres Kommunikationserlebnis. In der Unified Communications-Welt kann er sich darauf konzentrieren, wie er mit anderen Menschen kommuniziert, ohne dass er sich Gedanken darüber macht, ob die unterschiedlichen Endgeräte überhaupt kompatibel sind. Aus Sicht der IT-Abteilung hat UC den Vorteil, dass bereits getätigte Investitionen in die IT-Infrastruktur wie etwa Active Directory oder Security- und Policy-Management direkt für das Kommunikations-Management genutzt werden können. Den ersten wichtigen Schritt dazu haben wir mit dem Microsoft Office Communication Server 2007 gemacht. Die Version R2 wird die oben genannten Funktionen erheblich erweitern.
IT-DIRECTOR: Welche Neuerungen werden das konkret sein?
C. Mehrtens: Zu den wichtigsten neuen Funktionen für eine flexiblere geschäftliche Kommunikation und eine verbesserte Verwaltung gehören:
Neue Telefonkonferenzmöglichkeiten erweitern die OCS-Konferenzfunktionen und ermöglichen Unternehmen den Verzicht auf kostenintensive Audio-Konferenz-Dienstleister. Anwender können zudem durch ein erweitertes Desktop Sharing ihre Benutzeroberfläche mit anderen teilen, Audiokonferenzen initiieren und mit Personen außerhalb der Organisation auf PC-, Macintosh- oder Linux-Plattform über eine web-basierte Schnittstelle kommunizieren.
Verbesserte Sprachfunktion und erweiterte Mobilität: Stellvertreter können Anrufe unkompliziert verwalten und weiterleiten sowie Konferenzen für andere Personen aufsetzen. Diese Funktionalitäten entsprechen den bekannten Chef-Sekretärinnen-Funktionen. Durch erweiterte mobile Funktionen können Anwender auf Nokia S40- und S60-, Motorola RAZR-, Blackberry- sowie Windows Mobile-Plattformen über Instant Messaging und Sprache von einem einheitlichen Client aus kommunizieren.
Neue Entwicklerwerkzeuge und Integrationsmöglichkeiten: Erweiterte APIs und die Visual Studio-Integration verbessern die Effizienz täglicher Geschäftsprozesse, indem sie Unternehmen ermöglichen, kommunikationsfähige Anwendungen zu entwickeln und in Geschäftsapplikationen einzubetten. Außerdem ermöglichen neue SIP Trunking-Funktionalitäten die IP-basierte Integration mit Netzwerkprovidern und IP-TK Anlagen.
Eine Übersicht der neuen Funktionalitäten des Office Communications Server 2007 R2 ist verfügbar unter:
www.microsoft.com/communicationsserver