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Massenhaft Kontakt im Netz
Schneller, einfacher, sicherer: Die Neuheiten der Cebit sollen die Internetgesellschaft enger verbinden. Eines der Themen ist Cybercrime. Heiß diskutiert ist zudem grüne IT - sie gilt als Schlüssel zur energiesparenden Produktion.
Von Denis Dilba
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Guter Wein, ein gutes Buch und guter Sex: Das, so das spontane Einvernehmen auf einem Zukunftsforum Ende letzten Jahres, wird auch in zehn Jahren noch die meisten Menschen glücklich machen - Internet hin oder her.

"Na ja, eine knappe Viertelstunde später waren wir uns alle gar nicht mehr so sicher", sagt Peter Klingenburg, Geschäftsführer von T-Systems Multimedia Solutions (MMS) in Dresden und Veranstalter des Zukunftsforums. E-Books, wie etwa Amazons neues "Kindle 2", verändern bereits heute die Lesegewohnheiten. In Sachen digitaler Liebe hat das Netz auch schon einiges zu bieten.

Selbst die digitale Nachahmung von Geschmack hält Klingenburg für möglich. Das Zusammenwachsen von Internet und Gesellschaft, also Web und Society, ist bereits Realität. Social Networks, E-Government, Telehealth, Mobile Solutions, Web 2.0, Online-Marketing und IPTV gehören für etliche Menschen bereits zum Alltag.

Webciety ist Leitthema

Experten wie Klingenberg machen sich daher Gedanken, wie diese "Webciety" künftig aussehen könnte - und wie man sie am besten mitgestaltet. Das ist auch das Leitthema der diesjährigen Cebit.

Zunächst soll die Webciety noch besser vernetzt sein und noch effektiver funktionieren. Möglich macht das "Software as a Service", kurz SaaS. Das sind Anwendungen und Programme, die nicht auf dem eigenen Computer, sondern auf einem zentralen Server im Netz gespeichert sind.

Der Vorteil: Man spart Speicherplatz und bezahlt die Programme und Rechnerkapazitäten nur, wenn man sie nutzt. "Die knappen Budgets der Unternehmen machen SaaS derzeit zum Trendthema. Sparen möchte jeder", sagt Gabriele Dörries, Pressesprecherin der Cebit.

Grundlegende Veränderungen in der IT Nutzung

Neben neuen Softwarekonzepten gibt es auf der Cebit 2009 natürlich auch schillernde Multimedia-Anwendungen. Microsoft beispielsweise stellt seinen neuen "Surface" vor. Das ist ein internetfähiger Computer, dessen einziges Benutzerinterface ein großer, hoch auflösender und in einem Tisch montierter Bildschirm ist.

Der Multimedia-Tisch hat Besonderheiten, die dem iPhones-Touchscreen ähneln. So kann man beispielsweise Fotos, Filme oder Präsentationen vergrößern, indem man sie mit den Fingern einfach aufzieht. Interessant ist auch, dass sich andere mobile Endgeräte leicht mit dem Surface vernetzen lassen. Sobald zum Beispiel ein Mobiltelefon auf dem Bildschirm liegt, startet die Synchronisation der Daten - vorausgesetzt es hat eine elektronische Markierung.

Wegbeschreibungen, digitale Kinokarten oder E-Mails gelangen so schnell auf Handys, PDAs oder Notebooks. "Technologien wie Microsofts Surface werden den Umgang mit Computern künftig grundlegend verändern", sagt Simone Happ, Beraterin bei T-Systems MMS. Das Gerät kann auch in Zimmerwände eingefügt werden oder an anderen Stellen im Haus. Allerdings ist der Spaß noch sehr teuer. Rund 10.000 $ kostet der Computertisch.

Mehr noch steht das Thema Green IT im Fokus der diesjährigen Cebit. Was ist damit eigentlich gemeint? Und was bedeutet Green IT heute? Diese Fragen werden in Hannover viel diskutiert werden.

Ging es vor rund vier Jahren, als das Thema zum ersten Mal aufkam, fast ausschließlich um stromsparende Hardware und energieeffizientere Rechenzentren, umfasst der Begriff heute viel mehr, sagt Claudia Funke, IT-Expertin beim Beratungsunternehmen McKinsey.

"Wir sehen IT-Lösungen als wichtigen Enabler, um Ziele wie nachhaltige, energiesparende Produktionsprozesse zu erreichen." IT für Energiemanagement heißt das in der Fachsprache. In den kommenden vier Jahren werde der Markt kumuliert auf ein Volumen von 35 bis 50 Mrd. Euro kommen, schätzen Funke und ihre Kollegen in der aktuellen McKinsey-Studie Deutschland 2020.

David Murphy, Leiter der Abteilung IT für Nachhaltigkeit bei Siemens IT Solutions and Services, schätzt die Bedeutung von Green IT ähnlich ein: "Green IT verstehe ich als Teil eines großen Puzzles", sagt er. Es gehe darum, durch IT nachhaltige industrielle Prozesse zu schaffen.

Das sei künftig der Motor, der das Wirtschaftswachstum antreibt. Die inhaltliche Erweiterung des Begriffs Green IT sei lange überfällig gewesen. "Grüne Rechenzentren sind natürlich eine gute Sache", sagt Murphy, "aber mit modernen IT-Lösungen, die andere Prozesse unterstützen, erreichen sie wesentlich höhere Einsparungen."

Mehr IT-Einsatz, egal in welchen Bereichen, birgt allerdings neben Chancen auch Risiken, warnt Lutz Neugebauer, Bereichsleiter Sicherheit beim IT-Branchenverband Bitkom. Je mehr Unternehmenswissen auf Rechnern gespeichert ist, desto wichtiger seien effektive Schutzmaßnahmen gegen Hackerattacken. Elektronische Wirtschaftspionage und der Diebstahl von Identitäten sind derzeit die Themen, die die Branche am meisten bewegen. "Cybercrime nimmt immer größere Ausmaße an", sagt Neugebauer.

Neue Sicherheitsfunktion

Hinter den professionellen Angriffen stehen mehr denn je wirtschaftliche Interessen. Sicherheitstechnologien seien daher auch auf dieser Cebit ein Schwerpunktthema, sagt Neugebauer. Für mehr Sicherheit im Netz soll zum Beispiel der auf der Messe vorgestellte elektronische Personalausweis des Bundesinnenministeriums sorgen.

Neben gespeicherten Fingerabdrücken und biometrischen Merkmalen zur Gesichtserkennung - die jedoch nur für Behörden nutzbar sind - ist in dem neuen Ausweis auch eine Option zur eindeutigen Identifizierung von Personen bei Online-Transaktionen integriert. Unternehmen, die diese Sicherheitsfunktion nutzen wollen, müssen sich zunächst beim Bundesverwaltungsamt registrieren lassen. Dann können sie mit einem Berechtigungszertifikat die hinterlegten Daten wie Name und Adresse auslesen und so den Nutzer verifizieren.

"Da steckt ein großer Markt dahinter", sagt Neugebauer. Gerade ende die Bewerbungsphase für die Anwendertests. Die Gewinner, zehn ausgewählte Unternehmen, dürfen dann präsentieren, was man mit dem elektronischen Personalausweis machen kann. Welches Konzept sich durchsetzt, wird dann wohl die Cebit 2010 zeigen.

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